Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Heppendorf e.V. gegründet 1414

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Historisches

Im folgenden Abschnitt präsentieren wir Ihnen Historisches vor:

Geschichte und Bedeutung der Schützen-Bruderschaften

Die Schützen-Bruderschaften verdanken Ihren Ursprung dem Mittelalter. Als die Raubritter und anderer Wegelagerer die Gegenden am Niederrhein unsicher machten, raubten und plünderten, verbanden sich die wehrhaften Männer zu Bruderschaften, auch Schützengilden und Gaffeln genannt, um mit der Waffe den gefährlichen Feinden wirksam entgegentreten zu können. Neben diesen Schützenvereinigungen entwickelten sich Anfang des 14. Jahrhunderts die Bruderschaften, denen es ursprünglich weniger um das Schießen als vielmehr um christliche Tugenden ging. Diese zweite Gründungswelle kam in Gang, als um 1350 die Pest innerhalb von nur drei Jahren mehr als 20 Millionen Menschen in Europa dahinraffte und überall sogenannte Pestbruderschaften zur Versorgung der Kranken entstanden. Ganze Dörfer starben aus, und die verlassenen Häuser wurden durch Diebesbanden ausgeplündert. Die Bruderschaften sorgten für das Begräbnis der Toten und bewachten die ausgestorbenen Ortschaften. Die Bruderschaften stellten sich überwiegend unter den Schutz des heiligen Sebastianus, welcher als Schutzheiliger gegen die Pest verehrt wurde. Letzterer Umstand dürfte wohl in der Symbolik seines Martertodes liegen. Nach der Legende sollten die mauretanischen Bogenschützen des grausamen Kaisers Diokletian den heiligen Sebastianus mit Pfeilen „langsam“ totschießen. Der Schwerverwundete genas aber unter sorgsamer Pflege wieder und wurde später mit Keulen erschlagen. Im christlichen Altertum dachte man sich die göttlichen Strafgerichte, zu denen auch die Pest gehörte, als unsichtbare Giftpfeile. Die Bruderschaften traten vorzüglich in den Dienst der Kirche und erfreuten sich des Schutzes der geistlichen und weltlichen Obrigkeit. Um ihr Ansehen zu erhöhen, traten viele adelige - und sonst hochgestellte Personen - den Bruderschaften bei und nahmen an ihren Bestrebungen wirksamen Anteil. Die „Schützenbrüder“ hatten auch die Aufgabe, dem Landesherren, unter dessen Protektorate sie standen, im Kriege oder in sonstigen Gefahren Beistand zu leisten.

In einer anderen Chronik heißt es:
Im 15. Jahrhundert entstand im Jülicher Land eine ganze Anzahl von Schützengesellschaften (Bruderschaften), hervorgerufen als Abwehrmaßnahme gegen die durch das Raubritterwesen und die vielen Kriege und Fehden eintretende Unsicherheit. Am 26. August 1585 wird auf dem Jülicher Landtag darauf hingewiesen, dass fast in allen Ämtern von Jülich und Berg für die Verteidigung der herzoglichen Lande bereits eine größere Anzahl Schützen vorhanden sei, die man nur noch „nach Kriegsausbruch mit Obrigkeit versehen und im Falle des Aufgebots in ein Regiment und Fentlein (Fähnlein/Fahne) einteilen müsse“. Zur Förderung des Schießsports statteten Landesfürst und Gemeinden die Schützengesellschaften mir Vorrechten und Preisen aus, unter denen die Nutznießung von Acker- und Wiesenparzellen zu nennen ist. In den Tagen der Not traten die Schützen mit Bogen oder Armbrust bewaffnet auf. Um ihrem hohen Ziele, der Erhaltung ihrer Städte und Dörfer durch Beschützung und Verteidigung, stets gerecht zu sein, hielten die Schützen Schießübungen ab und veranstalteten auch Schießspiele mit Festen und Feiern. Die Schützengilden wurden auch die Träger der Schützenfeste und Schießspiele, die neben der Übung in der Hauptwaffe Pflege geselliger Freude und Stärkung des Gemeinschaftsgeistes bezweckten und auch für andrer Wettspiele, z.B. Ringelstechen, Steinstoßen, Springen und Laufen, Ballschlagen, Kegeln und Hahnenschlagen willkommene Gelegenheit boten. Das jährlich stattfindende „Freischießen“ hat sich bis heute im Vogelschießen erhalten. Zu den besonderen Wett- und Freischießen luden namentlich Städte ein, die sich von der Veranstaltung einen wirtschaftlichen Nutzen versprachen, ähnlich wie heute in anderen Fällen auch. Für Förderung des Schießwesens wurden Schützenhöfe errichtet. Diese dienten als Stätte der Ausbildung im Schießen und in anderen militärischen Dingen sowie zur Kurzweil. Köln richtete 1450 am Neumarkt einen Schützenhof ein. Daneben gab es in der Stadt noch einen privaten Schützenhof, eine anscheinend ebenfalls städtische Schießbahn für die adeligen Domherrn. Seit dem Jahre 1485 gab sie Gelegenheit zu Schießübungen in dem alten erzbischöflichen Garten am Domhof. Später wurden auch Teile des Stadtgrabens zu Schießübungen benutzt und draußen ein besonderes Schützenhaus errichtet. Man sandte Ladebriefe (Einladungen) in die Nachbarorte und auch in entferntere Städte. In diesen Ladebriefen wurden die Kleinode (Preise), die Ziele und Bahnlängen, die Schüsse und Einsätze, Anordnungen verschiedener Art und die ganze Satzung mitgeteilt. In Köln pflegte man beide Arten der Schießspiele. Regelmäßig in der Pfingstwoche, Pfingstdienstag, schossen die Ämter oder Zünfte mit der Armbrust nach dem Vogel. Allgemeiner bekannt ist das Kölner Wettschießen von 1505, die dem der Stuttgarter Schneider Hans Sindelfinger, ein guter Zielschütz, mit der „Büchs“ den höchsten Ehrenpreis, 100 Gulden gewann, aber betrogen wurde, bis ihm Götz von Berlichingen Recht verschaffte. Einladungen gingen allenthalben durch die Rheinlande. Zu dem Mainzer und Aachener Schießspiel waren besonders die Kölner eingeladen. Auch Fürsten und Ritter luden bisweilen zu einem Gesellschaftsspiel ein. Im Rheinland tat dies z. B. 1493 der Ritter Arnold von Harff. Am 10. August 1493 wandte er sich mit seiner Einladung auch an die Stadt Köln und bat, auf Sonntag, den 1. September (sent Egidiusdage) die Geschworenen Schützen der Stadt zur Teilnahme am Schießspiel nach "Caster" an der Erft zu „rüsten“ und zu „stellen“. Die Einladung, geschrieben auf Papier, verdient wegen verschiedener Einzelheiten besondere Beachtung. Es wird mitgeteilt, dass um silberne Kleinode im Werte von 150 Gulden „kölnischen Geldes“ geschossen werden soll. Weiter erhellt, dass es sich um ein Scheibenschießen handelt, bei dem in fünf Kreisen (vonff zirckell) stehend oder sitzend zu schießen (stainde off sitzend) ist. Zur Veranschaulichung sind auf der Rückseite des Ladebriefes zwei Kreise gezeichnet, von denen der innere 9 cm, der äußere 13 cm Durchmesser hat. Auch die Bahnlängen sind kundgegeben; sie misst 116 Stockellen (etwa 35 m). Das Kleinod und die Schüsse sollen mit Rat der Schützen gesetzt werden. Die eingeladenen Schützen und ihre Begleitungen erhalten freies, sicheres Geleit, ausgenommen diejenigen, welche sich gegen den Landesherren vergangen haben. Mindestens drei der kölnischen Schützen sollen zum Schuss gelangen. Als Schießgerät gebrauchte man neben dem Bogen später die Armbrust, die um 1100 aufkam und seit dem 13. Jahrhundert mehr und mehr als Schießwaffe benutzt wurde. Dazu traten in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts Haken- und Handbüchsen. Die Armbrust wurde immer mehr verdrängt. Das Schießziel bildete, soweit man verfolgen kann, ein mit bunten Federn geschmückter Vogel auf einer Stange, ursprünglich vielleicht ein lebendiger Hahn, später ein aus Holz gefertigter, buntbemalter, frühzeitig Papagei genannt. In der Zeit der Büchsenschützen kam das Schießen nach der Scheibe auf. Je nach dem also waren und sind die Schießspiele bald Vogelschießen, bald Scheibenschießen.

Wie kam es nun dazu, dass man ursprünglich einen Vogel als Ziel wählte? Zahlreiche Tiere galten den Alten nach Erfahrung und Glauben als Glücks- oder auch als und Unglückstiere, und mancherlei Vorstellungen und Handlungen wurden mit Ihnen verknüpft. Der Hahn galt als Verkörperung des Korndämons, den man in der letzten Garbe bei der Ernte, gleichsam als Abschluss derselben, tötete, damit er bei der nächsten Ernte umso kraftvoller wiedererstehe. Bei der Kirmes, die an die Stelle des alten Erntefestes trat, sind Spiele wie Hahnschlagen oder Hahnköpfen zum Teil heute noch, wenn auch in symbolischer Form, üblich. Wahrscheinlich ist, dass nun bei dem Hahn oder Vogel des Schießspiels eine Herübernahme dieses alten Brauches vorliegt. Bald gehörte das Schützenfest zu den beliebtesten und edelsten Vergnügungen. An dem Wettschießen selbst beteiligte sich freilich nur die Schützengilde, so wie es heute noch Brauch ist. Wer den Vogel abschoss, genauer, wer den letzten Rest des Vogels herunterholte, wurde von jungen Mädchen mit einem Kranze geschmückt und zum König ausgerufen. Als Zeichen seiner Würde trug und trägt er an langer, um den Hals geschlungener Kette, einen silbernen Vogel bzw. das Königssilber. Also Plaketten mit den Namen aller bisherigen Schützenkönige. Bei manchen Schützenbruderschaften, so wie unserer St. Sebastianus-Schützenbruderschaft von 1414 in Heppendorf, trug und trägt der Schützenkönig auch eine wertvolle alte Schützenkrone. In Zeiten der Not wanderte das Königssilber samt Kette in Pfandschaft. Der neue Schützenkönig stiftete ebenfalls ein Silberschild als Schmuck für die Königskette. Vielfach wurden auch die Preise des Siegers, meist Taler oder Talerklippen, an das Vereinskleinod angeheftet, wie die erhaltenen Stücke zeigen. Der Königsketten mit zahlreichen Ehrenschilden und Talern sind viele erhalten. Unter den Königen sind allenthalben alle Stände und Volksschichten vertreten, Reiche und wenig Begüterte oder gar Besitzlose und Gebildete und Ungelehrte. Klewer hießen die Ziele, die am Ende der Schießbahn auf einem Erdwall aufgestellt wurden. Sie bestanden aus mehreren hölzernen Vögeln und Ringscheiben. Die Scheiben waren mit einem im Zentrum sitzenden Nagel (lateinisch clavus daher wohl der Name Klewer) auf einem Stock befestigt. Wer also den Nagel auf den Kopf traf, hatte den besten Schuss getan. Die Schießbahnen hatten von den Scheiben (Scheiben mundartig Schief) auch wohl den Namen Schiefbahn, von daher werden auch heute mancherorts entsprechende Flurbezeichnungen abgeleitet. Viele Schützengesellschaften schossen auch nach der Einführung des Feuergewehrs noch lange Zelt weiter mit der Armbrust, und sogar noch im vergangenen Jahrhundert wurde, in Folge des zeitweiligen Feuerwaffenverbots nach den beiden Weltkriegen, bei den meisten Schützenbruderschaften, so auch in Heppendorf, die Armbrust zum Vogelschießen verwendet. Der beste Schütze wurde „Schützenkönig“. Er genoss für das betreffende Jahr verschiedene Vorrechte (Befreiung von Hand - und Spanndiensten) und trug bei den Aufzügen das „Königssilber“, wozu er gewöhnlich eine silberne Platte mit bezüglicher Widmung stiftete. Schon früh wurde auch im ländlichen Raum außer der Königswürde auch um Preise geschossen. Der dazu benutzte Vogel hieß Kleinodsvogel, auch wohl auch Zinnvogel. Die letzte Benennung, rührte daher, dass die Preise vielfach aus dem damals beliebten Zinngeschirren bestanden. Heute haben wir einen Preisvogel, zu dem jeder ein Los nehmen, das heißt, mit einem Geldbetrag einsetzen kann. Auch hier ist also an die Stelle der Naturalien das Geld getreten. Bei den schon um 1400 beliebten öffentlichen Schießspielen (Freischiegen) auf einem Platz im freien Felde traten an die Stelle des Kleinodsvogel die Scheiben, weil damit die Treffer feiner gegeneinander abgegrenzt und eine größere Beteiligung von Schützen ermöglicht werden konnte. Das war also die Zeit, in der unsere Bruderschaft in Heppendorf gegründet wurde. In ländlichen Gegenden wurde um Haustiere geschossen, meistens wohl Ochsen. Und da diese Schießspiele in der Regel um Pfingsten stattfanden, erklärt sich leicht der Ausdruck, bunt oder geschmückt herumgeführt werden wie ein Pfingstochse. Und noch eine andere hier im Jülicher Land geläufige Redewendung geht aus jenes Preisschießen zurück: „Etwas zum Besten geben“. Die Haustiere werden nämlich vielfach Beesten (vom lateinischen bestia) genannt. Etwas zum Besten geben (richtiger zum Beesten geben) bedeutet also: Etwas zur Beschaffung des Preistieres beitragen. Jemand zum Besten halten heißt also: Jemand für ein Rindvieh halten. Um 1670 hatte ein „Rindbeest“ einen Wert von sechs bis zehn Reichstalern.

Die Schützen standen in enge Beziehungen zur Kirche und wurden Stütze des christlichen Glaubens, wie sie es bei Prozessionen und in der Fürsorge für Sterbende und bei Begräbnissen bewiesen. Bis heute sind sie, wie auch in Heppendorf, bei den jährlichen Fronleichnamsprozessionen dabei. Ihr Schutzpatron, der heilige Sebastianus hatte sich die Armenpflege schon als Soldat zur Pflicht gemacht. An die Betätigung der Schützen im „Sicherheitsdienst“ der Gemeinden erinnert noch der Feldschütz (Feld- und Flurhüter). Als am Anfang des 16. Jahrhunderts das Söldnerwesen aufkam, verloren die Schützengilden ihren ursprünglichen praktischen Zweck und verfolgten vorzüglich gesellige, soziale und sportliche Ziele. In Zeiten großer kriegerischer Verwicklungen, die im 17. und 18. Jahrhundert ununterbrochen im Rheinland andauerten, und infolge allzu starker Betonung des landesherrlichem Absolutismus wurden sie vielfach auch in ihrem Zielstreben gehemmt oder gar unterdrückt. Vollends ein Ende machte ihnen die französische Herrschaft, die im Rheinland von 1794-1814 währte. Nach den Freiheitskriegen gegen Napoleon blühten die Schützenvereine als gesellige, den Bürgersinn und die Heimatliebe fördernde Verbindungen wieder auf.

Die heutigen Schützenbruderschaften sind sich mit Stolz ihres oftmals hohen Alters und ihrer zähen Langlebigkeit so sehr bewusst, dass ihnen die kontinuierliche Verklammerung von Vergangenheit und Gegenwart ein ernstes Anliegen bedeutet. Sich dem, was die Vorfahren geschätzt haben, was dem Wandel der modischer Zeitströmungen standgehalten hat, verpflichtet zu fühlen, ist ihnen die formative Kraft ihres Daseinwillens und ihres Fortbestandes. Die Abwendung einer drohenden Gefahr war sicherlich ein sozialer Schutzdienst. Er diente dem Wohl und der Sicherheit von Haus und Hof. Im Laufe der Zeit ist zwar die militärische Aufgabe entfallen, geblieben ist aber das Ideal sozialer Verantwortung in der Abwehr von Verfallserscheinungen und in der Beseitigung materieller Notstände. Die Schützenbruderschaften sind von der Tradition geformt, Höhepunkt war und ist noch immer der jährliche Vogelschuß um die Königswürde. Dass ihre Schützenfeste, zu denen man gerne Nachbarvereine einlud, mit viel Fröhlichkeit verliefen, ist verständlich. Mit gutem Recht haben sich diese Feste bis heute erhalten. Der Mensch bedarf der Fröhlichkeit und verlangt nach Geselligkeit. Selbst der kleinste Verein verschafft seinen Mitgliedern Stunden des Frohsinns. Es wäre also verwunderlich, wenn die Schützenvereine nicht auch ihre Feste gehabt hätten, nur mit dem Unterschied, dass ihre Feste Volksfeste waren und sind. Wenn man schließlich dem Sieger beim Vogelschießen als König ehrte und ihn mit einer Silberkette schmückte, dann war das ein Siegespreis wie heute Pokale und Medaillen. Jedem bot sich dadurch die Gelegenheit, dem natürlichen Bestreben, einmal vorn und der erste sein zu dürfen, auf harmlose Weise sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Wie der altgermanischen Gilde ein religiöser Kult als Kerngedanke zugrunde lag, so hatten, ganz abgesehen davon, dass das Mittelalter die Trennung von sakral (kirchlich) und profan (weltlich) nicht kannte, sondern beides ineinander überging, auch die mittelalterlichen Gilden einen kirchliche Charakter. Ihre Patronatsheiligen und ihre kirchlichen Gedächtnisfeiern waren sinnfälliger Ausdruck dafür. Brudergeist war, wie schon der Name Bruderschaft besagt, ein wesentliches Element der Schützenvereinigungen. Es war geradezu eine Grundforderung ihrer gildenmäßigen Verfassung. Vieles hat sich im Laufe der Zeit geändert. Viele Schützenvereine haben inzwischen auch Frauen in ihren Reihen. Aber nach wie vor ist aber der Schützenkönig bzw. nun auch die Schützenkönigin, der bzw. die, die meisten Ringe geschossen oder den Rest des Holzvogels von der Stange geholt hat. Er oder sie wird geehrt und trägt als Zeichen der Würde eine Krone und/oder die Königskette, für die der Schützenkönig oder die Schützenkönigin einen Silberschild mit Namenszug und Jahreszahl stiftet. Und aufgrund ihrer langen Tradition fühlen sich die Schützenbruderschaften zu Recht den Idealen Glaube, Sitte und Heimat verpflichtet. Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft von 1414 aus Heppendorf gehört, neben vielen anderen Schützenbruderschaften im Rheinland, hier im Bezirksverband Bergheim Süd, dem „Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V.“ an.

Der „Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften“ (BHDS), der heute seinen Sitz in Leverkusen hat, ging aus den Sebastianusbruderschaften hervor. Mit der Gründung am 28. Februar 1928 in Köln, nannte sich der neue Dachverband zunächst „Erzbruderschaft vom Heiligen Sebastianus“. 1933 schloss er sich dem Deutschen Schießsportverband an. Er wurde jedoch 1936 wegen der Ablehnung des Wehrschießens und wegen der katholischen Grundhaltung von der Gestapo aufgelöst. Hierzu heißt es in Darstellung des „Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V.“ (auszugsweise):

„Der Verband des heutigen „Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V.“ wurde am 27. Februar 1928 von Dr. Peter Louis unter dem Namen „Erzbruderschaft vom Heiligen Sebastianus“ gegründet. Er stellte sich unter das von Schulrat Lankes aus Viersen stammende Motto „Für Glaube, Sitte und Heimat“. Auch das Schlagwort „Aus alter Wurzel neue Kraft“ taucht schon früh in der Verbandsgeschichte auf. Die Zeit des NS-Regimes wurde für die Bruderschaften zur Stunde der Bewährung. Der „Erzbruderschaft“ wurde eine besondere religiöse und kulturelle Bedeutung zuerkannt, so daß sie zunächst bestehen blieb. 1935 wurden alle schießsportlichen Aktivitäten dem Reichsbund für Leibesübungen unterstellt. Das galt auch für die „Erzbruderschaft. Der damalige Hochmeister, Fürst Reifferscheidt, lehnte es aber ab, die Einheitssatzung zu unterschreiben, weil der Verband damit seine konfessionelle Bindung hätte aufgeben müssen. Die „Erzbruderschaft vom Heiligen Sebastianus“ wurde daraufhin „aufgrund ihres oppositionellen Verhaltens im Interesse der Vereinheitlichung des deutschen Sportwesens“ am 5. März 1936 aufgelöst.“

Und fragt man nach dem Sinn der Schützenbruderschaften heute, so kann man beispielsweise auf die bemerkenswerte Festrede von Frau Christina Schulze-Föcking (Bäuerin und Mitglied des NRW-Landtages) anlässlich des Bundesköniginnentages 2012 in Verl verweisen. Als Schirmherrin des Festes wies sie darauf hin, dass heute alles immer schneller gehen müsse und Menschen Entschleunigung anstreben, zur Ruhe kommen wollen, um ihr Gedanken zu sortieren (Aus dem Monatszeitschrift „Der Schützenbruder“ Nr. 6/2012, dem offiziellen Organ des „Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften“). Und besonders zu unterstreichen ist, wenn sie, als junge Frau, betont:
„Zum Glück gibt es aber auch Dinge, die den Lauf der Zeit überstanden haben. Noch immer gibt es in unserer Kulturnation Deutschland Traditionen, die Halt geben und unverändert zum Leben in unseren Städten und Dörfern gehören. Tradition in unseren Städten und Dörfern, das ist das Gefühl von Heimat. Heimat ist das, was wiederum Sicherheit gibt, einen auffängt, wo man verstanden wird und versteht. Heimat ist der feste Boden, auf dem wir stehen, wenn wir zu neuen Ufern aufbrechen wollen. Die rund 15.000 Schützenvereine in Deutschland bieten eben auch Heimat, Wir-Gefühl, Miteinander. In ihnen werden Werte vermittelt und gelebt, Brauchtum gepflegt, Regeln akzeptiert und eingehalten. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit, in der die Veränderung der Motor des Erfolges zu sein scheint, sind Brauchtum und Werte handlungsleitend und können sinnstiftend sein.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.



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